REFA-Grundausbildung 4.0

Ihr Basis-Know-how für Lean und Digitalisierung

Digitalisierung und Industrie 4.0 sind in aller Munde. Häufig wird jedoch übersehen, dass die wirksame Umsetzung dieser technischen Konzepte optimale organisatorische Abläufe voraussetzt. Doch gerade daran mangelt es meist. Und mehr noch: Oft ist noch nicht einmal das Betriebsgeschehen so transparent, dass Optimierungsmaßnahmen im Sinne von Lean Production eingesetzt werden können. Hier muss zunächst die Basis durch eine systematische Datenermittlung und -auswertung geschaffen werden. Erst dann lassen sich Engpässe, Schwachstellen und Verschwendungen identifizieren, bewerten und durch geeignete Methoden die Verbesserungspotenziale erschließen.

Zielgruppe
Fach- und Führungskräfte, Handwerks- und Industriemeister, Techniker, Hochschulabsolventen, Betriebsräte, Mitarbeiter aus Arbeitsvorbereitung, Industrial Engineering, Produktions- und Fertigungsplanung und -steuerung, Montage.

Vorteile für Unternehmen

  • Mit der Ausbildung erhalten Ihre Mitarbeiter die methodische Fitness, um Arbeitsplätze und
    -prozesse zu analysieren, zu gestalten und zu optimieren. Sie verfügen damit über eine Basis-
    qualifikation im Industrial Engineering
    – beste Voraussetzung, um eine Lean Production in
    Ihrem Unternehmen umzusetzen.
  • REFA-Methoden sind von beiden Tarifpartnern anerkannte Instrumente der Arbeits-
    gestaltung und Betriebsorganisation. Konflikte zwischen den Betriebsparteien sind somit
    im Vorfeld ausgeräumt, wenn REFA-qualifizierte Mitarbeiter mit ihrem hochwirksamen Werkzeugkasten das Betriebsgeschehen analysieren und optimieren.

Vorteile für Mitarbeiter

  • Fachleute mit dem REFA-Grundschein in der Tasche sind in der Wirtschaft gesucht. Hier
    punkten Sie mit dem Nachweis, dass Sie die Basismethoden des Industrial Engineering be-
  • Durch die REFA-Grundausbildung wissen Sie, wie und welche Daten ermittelt werden. Sie
    schaffen Transparenz im Betriebsgeschehen, gestalten und optimieren Prozesse. Dies ist die Pole-Position, um mehr Verantwortung im Unternehmen

Zugangsvoraussetzung
Abgeschlossene Berufsausbildung

Teil 1 – Analyse und Gestaltung von Prozessen

An Digitalisierung, Industrie 4.0 und Lean Production kommt heute kein Unternehmen mehr vorbei. Aber was bedeutet das konkret für die Arbeitswelt? Welche Methoden und Werkzeuge werden hier verwendet? Um den Unternehmensanforderungen gerecht zu werden, setzt REFA genau hier an. In diesem ersten Teil der REFA-Grundausbildung 4.0 zeigen wir Ihnen, wie Sie als REFA-Arbeitsorganisator die betrieblichen Abläufe analysieren, gestalten, optimieren und für die digitalisierte Arbeitswelt vorbereiten können.

Seminarziele

  • Sie kennen die REFA-Methoden zur Analyse, Gestaltung und Optimierung von Arbeitsplätzen und -prozessen.
  • Sie verstehen die Bedeutung von Arbeitsdaten für das Lean Management und für Industrie 4.0.
  • Sie sehen die Einsatzpotenziale der REFA-Methoden in einer digitalisierten Arbeitswelt.
  • Sie wissen, welche organisatorischen Voraussetzungen für die effiziente Umsetzung des Konzeptes Industrie 4.0 geschaffen werden müssen.
  • Sie verstehen die Funktion des REFA-Arbeitssystems als betriebliche Leistungseinheit und Prozessbaustein.
  • Sie setzen REFA-Standardprogramme zur systematischen Gestaltung von Arbeitssystemen und Prozessen ein.
  • Sie sind mit den Methoden zur Analyse, Darstellung und Gestaltung betrieblicher Arbeitsaufgaben und Prozesse vertraut.
  • Sie kennen die Methoden und Konzepte der Lean Production.
  • Sie kennen die verschiedenen REFA-Ablauf- und -Zeitarten zur systematischen Gliederung von Arbeitsabläufen und können den Zeitbedarf für Prozesse ermitteln.

Seminarinhalte

  • REFA-Methoden in der digitalisierten Arbeitswelt
  • Das REFA-Arbeitssystem – Leistungseinheit und Prozessbaustein
  • Arbeitsaufgaben und Prozesse – Gliederung und Darstellung
  • Prozessorientierte Arbeitsorganisation
  • Lean Production – Methoden und Konzepte
  • Arbeitsdatenmanagement – Grundlagen, Methoden, Ablauf- und Zeitarten

Seminarablauf
40 Seminarstunden

Zertifikat
Nach einer erfolgreichen schriftlichen Abschlussprüfung zum Teil 1 der REFA-Grundausbildung 4.0 erhalten Sie ein Zeugnis.

Teil 2 – Ermittlung und Anwendung von Prozessdaten

Mit dem zweiten Ausbildungsteil vervollständigen Sie Ihre Basiskompetenz im Industrial Engineering. Sie erhalten das methodische Rüstzeug, um betrieblichen Daten systematisch zu ermitteln, zu analysieren und zur Planung und Steuerung einzusetzen. Im Mittelpunkt stehen Zeitdaten: Was wird wie erfasst, analysiert und praxisgerecht ausgewertet bzw. angewendet? Sie lernen die REFA-Zeitstudie sowie weitere Methoden der Arbeitsdatenermittlung kennen und führen anhand der erhaltenen Datenbasis – die Bestandteil von „Big Data“ in der Industrie 4.0 geworden ist – Prozessoptimierungen, Kostenkalkulationen und vieles andere mehr durch. Ihr Wissen als REFA-Arbeitsorganisator runden Sie durch Ihre erworbenen Kenntnisse von Methoden und Modellen zur Entgeltgestaltung sowie der Bewertung von Arbeitsanforderungen ab.

Seminarziele

  • Sie sind mit praxisbewährten Methoden zur Ermittlung und Nutzung von arbeitsbezogenen Daten vertraut.
  • Sie bewerten und gestalten Arbeitssituationen nach ergonomischen Gesichtspunkten.
  • Sie kennen rechtliche Anforderungen an die Arbeitsplatzgestaltung.
  • Sie können betriebliche Arbeitsdaten nach REFA-Standard ermitteln, analysieren und auswerten.
  • Sie verstehen, wie Leistungsgradbeurteilungen und Verteilzeitaufnahmen durchgeführt werden.
  • Sie ermitteln Arbeitsdaten durch Multimomentaufnahmen.
  • Sie wissen, wie Arbeitsdaten bei Gruppen- und Mehrstellenarbeit zu ermitteln sind.
  • Sie können Rüstzeiten ermitteln und minimieren.
  • Sie entwickeln Planzeitbausteine für die Mehrfachnutzung von Standardlösungen.
  • Sie führen Kostenkalkulationen mithilfe von Arbeitsdaten durch.
  • Sie kennen Methoden und Modelle zur betrieblichen Entgeltgestaltung.
  • Sie wissen, wie Sie bei der Bewertung von Arbeitsanforderungen vorgehen.

Seminarinhalte

  • Grundlagen der Arbeitsgestaltung
  • Arbeitssystemgestaltung
  • Leistungsgradbeurteilung
  • REFA-Zeitstudie – Durchführung und Auswertung
  • Verteilzeitermittlung
  • Multimomentaufnahme
  • Arbeitsdatenermittlung bei Gruppen- und Mehrstellenorganisation
  • Rüstzeit – Ermittlung und Minimierung
  • Vergleichen und Schätzen
  • Ermittlung von Planzeitbausteinen
  • Systeme vorbestimmter Zeiten
  • Nutzung von Arbeitsdaten für die Kostenkalkulation
  • Grundlagen der Entgeltgestaltung – Arbeitsbewertung – Leistungsbeurteilung

Seminarablauf
80 Seminarstunden

Zertifikat
Nach einer erfolgreichen schriftlichen Abschlussprüfung zum Teil 2 der REFA-Grundausbildung 4.0 erhalten Sie ein Zeugnis.

Teil 3 – Praxiswoche/Methodentraining

Für einen besonderen Lerneffekt sorgt die Abschlusswoche mit einem durchgängigen Fallbeispiel. Das in den beiden ersten Teilen erworbene methodische Fachwissen wird nun praktisch angewendet. Dadurch festigt sich Ihr Know-how, betriebliche Zusammenhänge werden in strukturierter Teamarbeit „erlebt“ und durchgängig nachvollzogen.

Seminarziele

  • Sie eignen sich „hautnah“ das Know-how für die Anwendung und die Umsetzung der erlernten REFA-Methoden an.
  • Sie arbeiten in Gruppen, analysieren und gestalten selbstständig Prozesse, ermitteln Arbeitsdaten und optimieren die Arbeitsplätze.
  • Sie machen sich mit der professionellen Präsentation von Arbeitsergebnissen vertraut.
  • Ihr Trainer begleitet Sie als Coach und unterstützt Sie während der gesamten Praxiswoche.
  • Ihre Gestaltungslösungen und erarbeiteten Unterlagen nehmen Sie mit in Ihren Betrieb. So können Sie die erlernten Methoden gleich am Arbeitsplatz umsetzen.
  • Das „Modell“ des Fallbeispiels begleitet Sie nach der Praxiswoche an Ihren Arbeitsplatz.

Seminarinhalte

  • Im Vordergrund stehen das Erkennen und Aufdecken von Möglichkeiten zum Verbessern und Gestalten von Prozessen, entsprechend überzeugende Begründungen sowie informative und anschauliche Präsentationen der Ergebnisse.
  • Zu entwickeln ist eine effektive arbeitsorganisatorische Lösung für die Montage von unterschiedlichen LKW-Modellen.
  • Die notwendigen Einzelteile stehen mit den Montagewerkzeugen als Bausatz zur Verfügung. Sie werden im Verlauf der Praxiswoche zu den jeweiligen Erzeugnisvarianten zusammengebaut. Hierbei sind entsprechend der Aufgabenstellung geeignete REFA-Methoden auszuwählen und anzuwenden.

Seminarablauf
40 Seminarstunden

Fallbeispiel
Für ein neues Produkt, das in zwei Varianten ausgeführt und vermarktet werden soll, wird für die Montage eine zeitgemäße Arbeitsorganisation gefordert. Die Montage erfolgt im Unternehmen. Die Grundlage:

  • Die Erzeugnisgliederung der Konstruktion sowie Vorschläge zum schrittweisen Zusammenbau je Produktvariante stehen im Mittelpunkt.
  • Die Absatzplanung sieht je Variante minimal 300 und maximal 1.500 Stück pro Monat vor.
  • In der Montage sind Männer und Frauen tätig.
  • Als Entlohnungsmethode wird Prämienentgelt vorgesehen.
  • Die zu entwickelnde Lösung soll in drei Wochen eingesetzt werden.
  • Von dem Modell-LKW sind zwei Varianten zu montieren.

Bei den praktischen Arbeiten stehen Ihnen auch zahlreiche themenbezogene REFA-Formblätter zur Verfügung. Damit lassen sich die verschiedensten Aufgaben gezielt und stets strukturiert lösen.

Zertifikat
Nach einer erfolgreichen Präsentation zum Teil 3 der REFA-Grundausbildung 4.0 erhalten Sie ein Zeugnis.
Mit Bestehen der Prüfungen Teil 1+2+3 erhalten Sie die Urkunde „REFA-Grundschein Arbeitsorganisation“. Damit tragen Sie den Titel „REFA-Arbeitsorganisator“.

Inhouse
Alle Ausbildungen führen wir auch gerne direkt vor Ort in Ihrem Unternehmen durch.

Qualifizierungschancengesetz
Das Qualifizierungschancengesetz (kurz QCG genannt) bietet Unternehmen und Beschäftigten Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung für die berufliche Weiterbildung. Wir informieren Sie gern.

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Ihre berufliche Weiterbildung im Überblick